Spielberichte I. 2017-08-28T10:57:38+00:00

SV Häger – BV Werther 2:4

„Vielleicht ist das clever. Aber so war ich noch nie, und so will ich auch nicht sein.“ Hägers Spielertrainer Frederic Kollmeier fand nach dem Schlusspfiff deutliche Worte für Werthers jungen Stürmer Leon Heinemann, der gegen ihn in der ersten Hälfte einen Strafstoß rausgeholt hatte. „Klar geschunden. Und dass ich dafür noch die gelbe Karte sehe, setzt der Peinlichkeit die Sahnehaube auf“, beteuerte Kollmeier, Heinemann in der fraglichen Szene nicht berührt zu haben.

Ob nun berechtigt oder nicht – BV-Kapitän Marcel Bosk verwandelte sicher (38.). Es war der Ausgleich und dass dieser verdient war, daran konnte unter den zahlreichen Zuschauern im Oberwelland-Park kein Zweifel bestehen. Denn die Hägeraner befanden sich bis auf den frühen Führungstreffer durch Colin Payne nach einem Patzer von Werthers Torwart Can Dar (2.) so gut wie ausschließlich im Rückwärtsgang. Allein der agile Heinemann hatte mehrfach den Ausgleich auf dem Fuß. Auch nach dem Wechsel schafften die stark ersatzgeschwächten Gastgeber kaum Entlastung.

In der 56. Minute belohnte sich der BV für den Aufwand: Als Hägers Daniel Kesegi eine Flanke von Marcel Diemann unterlief, landete diese bei Heinemann und Werthers Nummer elf sandte aus rund zwölf Metern ein. Heinemann, der nach seiner vermeintlichen Schwalbe nicht der Liebling der Hägeraner Anhänger und Spieler war, feierte seinen Treffer mit Zeigefinger auf dem Mund in Richtung der Gastgeber. Rund zehn Minuten später sorgte Heinemann für eine weitere Hägeraner Schweigeminute: Bei einem Konter überlief er Hägers Kesegi und Thomas Grewe und veredelte den Angriff durch einen überlegten Schlenzer ins lange Eck (67.).

Da Diemann in der Schlussphase bei zwei Großchancen die Entscheidung (81./84.) vergab, wurde es noch einmal spannend. Denn nach dem Anschlusstreffer von Marius Nagel (87.), hätte Häger ausgleichen können. Doch eine Hereingabe von Kesegi auf den zentral vorm Tor lauernden Kollmeier war zu ungenau (90.+1). Im Gegenzug setzte der eingewechselte Janosch Pohl mit einem schönen Heber den Schlusspunkt (90.+2). „Das war ein verdienter Sieg. Weil wir uns nach dem frühen Rückstand nicht haben beirren lassen, die größeren Spielanteile hatten und zielstrebiger waren“, sagte Werthers Spielertrainer Nils Koch. Eine Analyse, der sich sein Gegenüber Kollmeier bei allem Ärger ausdrücklich anschloss.

Zuschauer: 200
Tore: 1:0 Colin Payne (2.), 1:1 Marcel Bosk (39.), 1:2 Leon Heinemann (57.), 1:3 Leon Heinemann (68.), 2:3 Marius Nagel (88.), 2:4 Janosch Pohl (95.)
Besondere Vorkommnisse: Marcel Bosk (BV Werther) scheitert mit Foulelfmeter (39.)

Quelle: Sonntag 27.08.17 19:12 Uhr|Autor: FuPa / Klusmeyer / Hauhart